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Odroid XU3-Lite – mein Erfahrungsbericht

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Eigentlich hatte ich nicht die Absicht mir noch einen weiteren armhf-basierten Einplatinencomputer zu kaufen. Meine bisherige Erfahrung mit den Teilen war, dass sie als kleine Server für den Heimbereich, falls sie über eine SATA-Schnittstelle verfügen, noch ganz brauchbar sind.

Sobald man jedoch einen grafischen Linuxdesktop nutzen möchte, hört der Spass auf. Die Cubieboards (CB2 und CT) sind dafür überhaupt nicht zu gebrauchen. Beim Raspberry PI 2 ist der Betrieb einer Desktopoberfläche zwar möglich, aufgrund der Hardwarebeschränkungen des Boards macht das mir aber keinen Spass.

Dabei sind meine Anforderungen gar nicht so groß. Ich will keinen vollständigen Desktopersatz, sondern vielmehr einen möglichst kompakten und preisgünstigen Minicomputer auf dem ein Ubuntu-Desktop (Lubuntu oder Xubuntu oder Ubuntu Mate) läuft. Mit dem Teil möchte ich per X2GO und/oder Thinlinc remote auf meinen Linux-Rechner im Büro zugreifen können. Nebenbei wäre es auch ganz nett, wenn ich mit dem Teil ein wenig im Internet surfen könnte.

Da das weder mit einem Cubieboard, noch mit dem Raspberry Pi 2 so funktioniert, wie ich mir das vorstelle, habe ich schon mit denm Gedanken gespielt entweder einen ‚kleinen‘ Intel NUC oder ein Minnowboard anzuschaffen.

Dann habe ich bei einem Bekannten den Odroid XU3 Lite – Minicomputer gesehen und konnte das Teil 3 Wochen lang ausgiebig testen. In dieser Zeit habe den Rechner auf die Erfüllung meiner Anforderungen hin getestet. Gleich vorneweg, meine Erfahrungen mit dem Teil sind durchweg positiv.

 

Nachfolgend habe ich die m. E. wichtigsten techn. Details des Odroid XU3 Lite, des Cubietruck und des Raspberry PI 2 zusammengestellt.TechnDatenMinicomputerDer Odroid XU3 Lite verfügt, ähnlich wie das Cubieboard 4 über einen Octacore Prozessor mit vier armhf-A15 und vier armhf-A7 Prozessorkernen und über 2 GByte RAM.

Der größte Vorteil des Odroid XU3 Lite gegenüber den Cubieboards besteht jedoch m. E. nicht in der Hardware, sonden vielmehr darin, dass das Teil nicht von Cubietech (dem Hersteller der Cubieboards), sondern von der koreanischen Firma ‚Hardkernel‘ entwickelt und gefertigt wird.

Das Unternehmen ‚Hardkernel‘ baut nicht nur Minicomputer, sondern sorgt auch dafür, dass für jeden ihrer Rechner brauchbare Betriebsystems Images bereitgestellt werden.

So ist es z. B. mit dem von mir genutzen offiziellen SD-Card Image (mit Ubuntu 14.04.2 und Lubuntu Desktop) ohne Tricks anwenden zu müssen, problemlos möglich mit dem Gnome MPlayer mp4/Divx Video-Dateien in 720p und 1080p ruckelfrei anzuschauen. Ebenso können im Chromium-Browser in Youtube 720p Videos ohne Ruckler abgespielt werden.
Ausserdem ist in diesem SD-Card Image Kodi integriert.

Wenn ich mich nicht irre, ist es Cubietech bis heute nicht gelungen für die Cubieboards ein ähnliches Image bereitzustellen.

Aufgrund der integrierten USB 3.0 Schnittstelle ist die dauerhafte Nutzung einer externen USB 3.0 Festplatte/SSD inkl. Auslagerung des rootfs problemlos möglich. Das, im Lieferung des Boards enthaltene, Steckernetzteil liefert eine  maximale Stromstärke von 4A bei einer Betriebsspannung von 5V. Das reicht spielend aus um eine 2,5“-Festplatte an einem der USB-Ports dauerhaft mit genügend Strom zu versorgen.

Der Anschluss meines externen 3,5“-Raidgehäuses  über die USB 3.0-Schnittstelle des Odroid XU3 Lite und der anschließende Funktionstest verliefen fehlerfrei und performant.

Damit ist m. E. auch die Nutzung des Odroid XU3 Lite in Verbindung mit einem USB3.0 Datenträger als NAS problemlos möglich.

Nochmal kurz zurück zum Thema ‚Betriebssystem Images‘.
Neben Hardkernel kümmert sich auch eine sehr aktive Community um alle Odroid Boards und entwickelt die Betriebssystem Images ständig weiter.

Wie bereits erwähnt, nutze ich das offizielle Ubuntu 14.04.2 LTS SD-Card Image mit Lubuntu Desktop, dass ich ‚eingedeutscht‘ und um einige Programme, wie z.  B. Guacamole (zum Remotezugriff per Webbrowser), erweitert habe.

Die Odroid Community hat jedoch noch weitere Images, wie z. B. ‚Ubuntu 15.04 mit Mate Desktop‘, sowie Images, die auf anderen Linuxdistributionen basieren, entwickelt. Die habe ich allerdings nicht getestet.

Hier einige Screenshots des von mir benutzten,offiziellen Ubuntu 14.04.2 Images

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Das Image werde ich übrigens in Kürze auf stefanius.de zum Download bereitstellen.

Mein Fazit:
Der Odroid XU3 Lite Minicomputer erfüllt meine o.g. Anforderungen nahezu vollständig, sodass ich mir das Teil bei pollin.de gekauft habe. Das ist jetzt einige Wochen her und ich habe den Kauf bisher nicht bereut. Das ist beim Cubietruck anders.

Meine Anforderungen sind erfüllt, das muss jedoch nicht für andere gelten.

So bitte ich folgendes zun beachten:
Wie jeder andere armhf-basierte Minicomputer kann auch der Odroid XU3 Lite  einen Desktop-PC oder Notebook nicht zu 100% ersetzen.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle betonen, dass jeder der einen ‚Ersatz-PC‘ benötigt, besser auf einen Intel basierten Minicomputer, wie z. B. das Minnowboard oder einen Intel-NUC zurückgreifen sollte.

Von allen armhf-basierten Minicomputern, die ich bisher getestet habe, kommt der Odroid XU3 Lite einem ‚Desktop-PC-Ersatz‘ m. E. jedoch am nächsten. Das liegt neben der Hardware zu einem Großteil an der Herstellerfirma ‚Hardkernel‘, zu der ich mehr Vertrauen habe, als zu Cubietech.

Das führt zu meinem Entschluss zukünftig auf stefanius.de verstärkt auf den Odroid XU3 Lite Minicomputer einzugehen.

Falls Ihr euch über den Odroid XU3 Lite weiter informieren möchtet, hier ein paar Links:
Hardkernel Website
Odroid XU3 Forum
Odroid XU3 Lite bei Pollin.de

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