Cubietruck als Homeserver/NAS

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Wie alles begann

Meine ersten Erfahrungen mit dem Einsatz eines Mini- bzw. Einplatinencomputers als Homeserver bzw. HomeNAS stammen aus dem Jahr 2014.

Damals stand ich vor der Aufgabe meinen alten x86-basierten Server durch neue Hardware zu ersetzen. Für die Entscheidung den alten Server durch einen neuen zu ersetzen, gab es mehrere Gründe. Zum ersten war der Rechner bereits 6 Jahre alt, zum zweiten machte das Teil einen höllen Lärm und zum dritten und wichtigsten wollte ich Stromkosten einsparen.

Ein moderner PCs bzw. Server verbraucht dank diverser Stromspartechniken sicher weniger Energie und verursacht damit auch geringere Kosten. Er muss aber zunächst mal angeschafft werden, was im günstigsten Fall jedoch wiederum eine Investition zwischen 300,- und 500,- € erforderte.

Das hat mich dazu veranlasst mich nach einer Alternative zu einem x86-Rechner umzuschauen.

Wichtig bei der Suche war, dass die neue Serverhardware  über ausreichende Resourcen verfügen musste, und dass als Betriebssystem Linux (vorzugsweise Debian/Ubuntu) zur Verfügung stand. Ausserdem sollten die benötigten Serverdienste mit für mich ausreichender Performance ausgeführt werden.

Folgende Serverdienste wurden/werden von mir benötigt:

Als erstes hatte ich mir den Raspberry Pi 1 angeschaut. Der kam für mich jedoch aufgrund der beschränkten Leistungsfähigkeit der Hardware nicht in Frage.

Dabei bin ich auf die Cubieboards gestoßen. Im Gegensatz  zum Raspberry Pi verfügen sie über eine SATA-Schnittstelle zum Anschluß einer HDD/SSD. Das bietet für den Einsatz als Homeserver/HomeNAS einen großen Vorteil. Eine ausführliche Gegenüberstellung Rasperry Pi 1 <> Cubieboard 2/3 ist hier zu finden.

Cubieboard 3/Cubietruck als HomeNAS

Nachdem der Test des Cubietrucks als HomeNAS erfolgreich verlaufen war, habe ich das Teil zusammen mit einem externem Raid 5-Festplattensystem als HomeNAS eingesetzt. Das Raidgehäuse verfügt über einen eSata-Anschluss den ich über ein eSata-Sata kabel mit dem Sata-Anschluß des Cubietruck verbunden habe.

Leider waren im Betrieb des Systems jedoch ein paar Probleme aufgetreten, die ich zu Beginn nicht ‚auf dem Schirm hatte‘. So sind die Leistungsdaten des Boards auf dem Papier zwar sehr gut, in der Praxis sieht es jedoch nicht ganz so gut aus.

Als Beispiel, die Ethernetschnittstelle des Cubietruck. Die kann lt. Spezifikation 1GBit/sec. In der Praxis werden jedoch lediglich max. 50% der möglichen Transfergeschwindigkeit erreicht. Die Ursache hierfür ist ein schlecht programmierter Schnittstellentreiber.

Damit gleich zum m. E. größten Problem aller Cubieboards. Der chinesische Hersteller der Cubieboards, die Firma Cubietech, entwickelt lieber permanent neue Einplatinencomputer als die Probleme der bestehenden Rechner zu beseitigen. Das hat mittlerweile dazu geführt, dass die sowieso schon kleine Cubieboard-Community immer mehr schrumpft.

Im Nachhinein gesehen war der Kauf des Cubietruck wohl ein Fehler und ich  werde mir zukünftig sicherlich keinen Rechner mehr von Cubietech kaufen.

Persönlich habe ich aus dem Thema meine Lehre gezogen und habe mich Mitte 2015 nach einem Ersatz für den Cubietruck umgeschaut. Gefunden habe ich den Odroid XU3-Lite und Odroid XU4. Insbesondere der Odroid XU4 ist m. E. momentan die beste Wahl zum Aufbau eines Homeservers/NAS.